Der Maca-Boom in China: Wie Peru seine eigene Ernte verlor

Ein Boom mit Folgen: Als China die peruanische Maca-Ernte aufkaufte

Zwischen etwa 2013 und 2016 kam es in den Andenregionen Junín und Pasco zu einem außergewöhnlichen Ereignis: Chinesische Käufer reisten direkt zu den Anbaugebieten und boten den dortigen Bauern für rohe, unverarbeitete Maca-Wurzeln Barzahlungen an, die deutlich über dem bis dahin üblichen Marktpreis lagen. Wurde vorher umgerechnet rund 3 US-Dollar pro Kilogramm gezahlt, stiegen die Preise in der Spitze auf teils über 100 US-Dollar, bei besonders begehrten Sorten wie schwarzer Maca sogar noch höher.

Maca-Anbau in den peruanischen Anden


Warum das zum Problem wurde

Nach peruanischem Recht ist der Export unverarbeiteter, roher Maca eigentlich untersagt, nur verarbeitete Produkte wie Mehl oder Pulver dürfen ausgeführt werden. Ein Teil der aufgekauften Rohware wurde dennoch außer Landes gebracht, deklariert als verarbeitetes Maca-Mehl, tatsächlich jedoch mit rohen Wurzeln und Samen darin. Berichten zufolge wurden auch mehrere Tonnen Maca-Samen exportiert, mit denen später im Ausland eigene Anbauflächen aufgebaut wurden.

Die Folgen für Peru

Die Auswirkungen ließen nicht lange auf sich warten. Laut Zolldaten fielen Perus Maca-Exporte zwischen 2015 und 2016 um über 40 Prozent, während gleichzeitig neue Anbauflächen im Ausland entstanden, unter anderem in der chinesischen Provinz Yunnan. Zahlreiche Patentanmeldungen rund um Maca folgten in den Jahren danach. Bäuerinnen und Bauern in Junín und Pasco, die zuvor in großem Stil auf den Maca-Anbau umgestiegen waren, mussten teils wieder zu ihrer vorherigen Landwirtschaft zurückkehren.

Lehren für die Branche

Der Fall führte in Peru zu einer intensiveren Debatte über den Schutz einheimischer genetischer Ressourcen sowie über strengere Kontrollen beim Export landwirtschaftlicher Rohstoffe. Bis heute setzen sich Branchenverbände wie Apromaca für klarere technische Normen und mehr staatliche Unterstützung für die Maca-Produzenten der Region ein.


Häufig gestellte Fragen

Wann genau fand der China-Maca-Boom statt?

Der Höhepunkt lag zwischen etwa 2013 und 2016, mit spürbaren Nachwirkungen bis mindestens 2018.

War der Export roher Maca legal?

Nein, der Export unverarbeiteter Maca-Wurzeln ist nach peruanischem Recht untersagt. Ein Teil der Ausfuhren erfolgte den Berichten zufolge dennoch, unter anderem falsch deklariert als verarbeitetes Mehl.

Baut China heute selbst Maca an?

Ja, in China wurden nach dem Boom eigene Anbauflächen für Maca aufgebaut, unter anderem in der Provinz Yunnan.


Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen, historischen Information über Marktentwicklungen und stellt keine medizinische oder rechtliche Beratung dar.


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